Typhus
Der
Typhus abdominalis ist eine Allgemeininfektion durch Bakterien verursacht
(spezielle
Salmonellen), die sehr gefährlich sein kann.
Der
Krankheitsverlauf ist typisch, aber gelegentlich durch beschwerdefreie Phasen
unterbrochen, eine Therapie ist möglich, relativ gute Impfungen sind verfügbar.
Der Typhus ist - auch in der Reisezeit - für Touristen eher eine seltene
Erkrankung.
Die
Infektionshäufigkeit ist insbesondere in Süd-Ost-Asien und in Nordafrika
erhöht.
Die
Infektion:
Infektiöse Bakterien (salmonella typhi), die von einem erkrankten oder einem
gesunden (!) Dauerausscheider stammen, werden über den Mund aufgenommen und
führen zur Infektion. Die Infektionswege sind in der Praxis über Nahrungsmittel
und Wasser gegeben, die nicht frisch abgekocht wurden oder nach dem Abkochen
(z.B. über den Koch) noch infiziert wurden.
Die
Erkrankung:
Der Typhuskranke hat i.d.R. hohes Fieber. Es beginnt zunächst mit einem
uncharakteristischen Stadium, in dem die Erkrankung mit einer Grippe
verwechselt werden kann. Die Temperaturen steigen treppenförmig an und können
40°C erreichen.
Schwere
Komplikationen sind möglich. Jedenfalls ist eine, über einige Tage anhaltende
Fiebererkrankung in den Tropen oder beim Rückkehrer in jedem Falle
typhusverdächtig
"Die gefährlichen Drei": Typhus, Amöbenleberabszeß, Malaria müssen
frühzeitig abgeklärt werden!
Im weiteren Krankheitsverlauf folgt dann ein anhaltendes hohes Fieber über
einige Tage und ein allgemeines Krankheitsgefühl nimmt zu. Unter wechselnden
Temperaturen oder auch kurzzeitiger Entfieberung setzt dann die langsame
klinische Besserung ein.
Komplikationen (z.B. von Seiten des Darms) sind nicht selten, bei unbehandelten Typhuskranken ist ein tödlicher Ausgang möglich.
Eine Typhuserkrankung ohne Fieber gibt es nicht.
Die Diagnose:
Sie ergibt sich zunächst als Verdacht aus der ärztlichen Untersuchung, dem
Verlauf, dem Nachweis der Bakterien, aus Hinweisen aus den Blutuntersuchungen
(hohe Zahlen weißer Blutkörperchen oder sogen. eosinophiler Zellen sprechen
eher gegen einen Typhusinfekt), sowie dem Bakteriennachweis aus dem Blut.
Die Therapie:
Eine Therapie ist in jedem Stadium sinnvoll und mit den richtigen Antibiotika
möglich. Für viele früher hochwirksame antibiotische Medikamente ist durch
Resistenzbildung die Wirksamkeit inzwischen erheblich eingeschränkt.
Entsprechend
ändern sich die Empfehlungen für Medikamente bei Resistenzproblemen,
z..Zt.
scheint Ciprofloxacin (= chemischer Name) besonder gut wirksam zu sein.
Sie
sollen und dürfen nicht prophylaktisch eingenommen werden und die Einnahme muß
auf
der ausdrücklichen Empfehlung eines Arztes beruhen, der untersucht hat.
Vorsorge /
Prophylaxe:
Impfungen gegen Typhus abdominalis sind möglich.
Beide
verfügbaren Impfmöglichkeiten (Injektion oder Schluckimpfung) sind, wenn
richtig angewandt, sicher sinnvoll, wenn Infektionsgefahr besteht.
Folgende, generell Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen:
Vivotif® - Berna
Typhoral L® - Behring beides sind
Schluckimpfstoffe, beide transport- /temperatursensibel.
Typhim Vi® - Merieux für die einmalige
Injektion.
Allen diesen Impfstoffen wird eine Wirksamkeit von 2 - 3 Jahren attestiert.
Die
Schluckimpfstoffe werden häufig vom Patienten fehlerhaft eingenommen.
Dies
verhindert gelegentlich den Impferfolg! Insgesamt ist der Typhus abdominalis
jedoch
eine - auch in der Reisemedizin - eher seltene Erkrankung.
Die
Wirksamkeit einer regelrecht durchgeführten Impfung wird mit ca. 70 %
angegeben.
Darüber hinaus und auch aus allgemeinen Gründen sind
zusätzlich folgende Maßnahmen extrem wichtig:
ausgeprägte persönliche Hygiene, insbesondere im Toilettenbereich (Ausscheidung
der Erreger über den Stuhl);
intensive Hygiene im Bereich Essen und Trinken:
in den Tropen sind prinzipiell verdächtig auf Krankheitserreger:
~ alle Speisen, die nicht frischgekocht wurden, die
man nicht selber gekocht hat und
~ alles Wasser, das nicht abgekocht wurde,
und damit eine mögliche Infektionsquelle für Typhus abdominalis.
Dies
gilt umso mehr bei den häufig fehlenden Abwasserkläranlagen, dem Fehlen von
ausreichend sicheren Kontrollunter-suchungen bei Köchen und Küchenpersonal
(gesunde Dauerausscheider?) und dem oft suspekten Leitungswasser.
Umgang mit
Typhuskranken:
Der an Typhus abdominalis Erkrankte gehört in laufende ärztliche Kontrolle und
ins Krankenhaus. Falls dies in peripheren tropischen Bedingungen nicht möglich
sein sollte, ergeben sich folgende Ratschläge:
Direkten Umgang mit Typhuskranken sollten nach Möglichkeit nur Personen haben,
die gegen Typhus geimpft sind. Aber auch diese sollten folgende Regeln kennen
und beachten bzw. für ihre Beachtung sorgen:
Ausgeprägte Hygiene, insbesondere im Toilettenbereich, da die Typhusbakterien
beim Kranken durch den Stuhlgang ausgeschieden werden.
Also:
häufig und gut Hände waschen, desinfizierende Seife, Bürste benutzen. Für den
Kranken oft frische Handtücher, Bettwäsche, eigene (!) Toilette.
Bei Allgemeinsymptomen der Pflegepersonen (Fieber "Grippe", noch
keine Gelbsucht) bitte selber auch beim Arzt die Leberwerte kontrollieren
lassen, selber keinen Alkohol trinken, da dieser bei einer möglichen Infektion
die Erkrankung wesentlich verschlimmern könnte.
Für den Typhuserkrankten gilt: Schonung, eigene Toilette, Bettwäsche und Wäsche
auskochen lassen. Strikte persönliche Hygiene (eigene Hände!), Hygiene im
Toilettenbereich, in Küche, beim Essen.
Sofort zu Beginn der Erkrankung bzw. dann, wenn die Verdachtsdiagnose aufkommt,
prüfen, bzw. prüfen lassen, ob eine Impfung oder ein anderweitiger Schutz
medizinisch noch sinnvoll ist, hier soll es möglichst keine Zeitverzögerung
geben.